Sparmassnahme XY

So will der Kanton Luzern sparen: Er schliesst alle Mittel- und Berufsschulen für eine Woche, streicht Lektionen und vergrössert Klassen.

 

SchüleriInnen und Lehrer der Luzerner Gymnasien und Fachmittelschulen sollen im kommenden Herbst eine Woche länger Ferien machen. Die Berufsschulen sollen wiederum ihren regulären Betrieb nach den Sommerferien erst mit einer Woche Verzögerung aufnehmen. So will die Regierung innert zwei Jahren 8,16 Millionen Franken sparen.

 

 

 

Das stösst den Betroffenen sauer auf. Remo Herbst, Präsident des Verbands Luzerner Mittelschullehrer sagt: «Es ist unverständlich und inakzeptabel, dass Lehrer und Schüler für eine Finanzpolitik, die nicht funktioniert, bestraft werden sollen.» Unterstützung erhält er vom Verband der Berufsschullehrer. Ein Gang vor Gericht sei möglich. Denn fraglich sei, ob die Massnahme der Zwangsferien überhaupt rechtens wäre: «Die Lohnreduktion für eine Berufsgruppe unter den Kantonsangestellten könnte unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit vor Verwaltungsgericht eingeklagt werden», sagt Herbst.


Das wiederum ist nur ein Teil der Geschichte. Mögen die betroffenen Jugendlichen im ersten Moment noch gejubelt haben, kommt die Kehrseite der Medaille: Der Lehrplan muss trotzdem eingehalten werden. Was heisst das konkret? Online-Learning, was von den Lehrpersonen ja auch zeitintensive Vorbereitung verlangt? Oder Sprachaufenthalte (Kostenübernahme durch die Eltern...), Berufs- und Sozialpraktika?  Die Sache ist unausgegoren und zeigt genau, welchen Stellenwert die Bildung momentan im ganzen System noch hat.

Mutig wäre, wenn die Betroffenen für ihre katstrophalen Budgetierungen gerade stehen würde und Prioritäten setzen würden. Es kann nicht sein, dass hundertausende von Franken ausgegeben werden, um einen Strassenabschnitt autofrei zu kriegen (wobei ich nicht gegen die Autofreiheit bin!) und dann die Ressource Bildung, notabene eine der wenigen, die unser Staat hat, so zu beschneiden!

Eure Meinung dazu?

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