Etwas Herzerwärmendes, nachdenklich Stimmendes und überhaupt....

Fr

01

Nov

2013

Sparmassnahme XY

So will der Kanton Luzern sparen: Er schliesst alle Mittel- und Berufsschulen für eine Woche, streicht Lektionen und vergrössert Klassen.

 

SchüleriInnen und Lehrer der Luzerner Gymnasien und Fachmittelschulen sollen im kommenden Herbst eine Woche länger Ferien machen. Die Berufsschulen sollen wiederum ihren regulären Betrieb nach den Sommerferien erst mit einer Woche Verzögerung aufnehmen. So will die Regierung innert zwei Jahren 8,16 Millionen Franken sparen.

 

 

 

Das stösst den Betroffenen sauer auf. Remo Herbst, Präsident des Verbands Luzerner Mittelschullehrer sagt: «Es ist unverständlich und inakzeptabel, dass Lehrer und Schüler für eine Finanzpolitik, die nicht funktioniert, bestraft werden sollen.» Unterstützung erhält er vom Verband der Berufsschullehrer. Ein Gang vor Gericht sei möglich. Denn fraglich sei, ob die Massnahme der Zwangsferien überhaupt rechtens wäre: «Die Lohnreduktion für eine Berufsgruppe unter den Kantonsangestellten könnte unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit vor Verwaltungsgericht eingeklagt werden», sagt Herbst.


Das wiederum ist nur ein Teil der Geschichte. Mögen die betroffenen Jugendlichen im ersten Moment noch gejubelt haben, kommt die Kehrseite der Medaille: Der Lehrplan muss trotzdem eingehalten werden. Was heisst das konkret? Online-Learning, was von den Lehrpersonen ja auch zeitintensive Vorbereitung verlangt? Oder Sprachaufenthalte (Kostenübernahme durch die Eltern...), Berufs- und Sozialpraktika?  Die Sache ist unausgegoren und zeigt genau, welchen Stellenwert die Bildung momentan im ganzen System noch hat.

Mutig wäre, wenn die Betroffenen für ihre katstrophalen Budgetierungen gerade stehen würde und Prioritäten setzen würden. Es kann nicht sein, dass hundertausende von Franken ausgegeben werden, um einen Strassenabschnitt autofrei zu kriegen (wobei ich nicht gegen die Autofreiheit bin!) und dann die Ressource Bildung, notabene eine der wenigen, die unser Staat hat, so zu beschneiden!

Eure Meinung dazu?

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Mi

14

Aug

2013

Sparmassnahmen ohne Ende :-(

Nicht nur das Geld für eine Mittelschule für Informatiker fehlt 

dem Kanton Luzern-  bereits sind weitere einschneidende Sparmassnahmen absehbar.

Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP)gebraucht drastische Worte zur Beschreibung des aktuellen Verhältnisses zwischen Finanz- und Bildungspolitik im Kanton Luzern: «Die Finanzlage bestimmt die Luzerner Bildungspolitik erbarmungslos.» So könne sich der Kanton eine Informatik-Mittelschule kurzfristig ebenso wenig leisten wie einen Beitrag zur geplanten Wirtschaftsfakultät an der Universität.

 

Doch auch bereits bestehende Bildungsangebote sind wegen fehlender Mittel in Gefahr. Laut Wyss müsse man sich gar fragen, ob künftig grundlegende Bildungsangebote abgebaut würden.

Zwar ist der Regierungsvorschlag zum Budget 2014 nicht spruchreif. Bereits jetzt könne er aber sagen, «dass alle Bildungsbereiche betroffen sein werden», sagt Wyss. Die vorgesehenen Sparmassnahmen würden «hart», bekennt der Bildungsdirektor weiter. Der von seinem Departement geforderte Sparbeitrag gehe über die im vergangenen Herbst aufgezeigten 21 Millionen Franken hinaus. (NLZ, 14.8.13)

 

Ob dieser weiteren Beschneidung des Bildungsangebotes frage ich mich wirklich, ob unsere Politiker noch nicht realisiert haben, dass in einem Land wie der Schweiz, welches auf wenige Ressourcen zurückzugreifen hart, noch nicht realisert worden ist, dass eben gerade in die Investition unserer Zukunft nicht gespart werden sollte. Nur schon der Rückblick auf die letzten fünf Jahre im Volksschulbereich lässt einem die Haare zu Berge stehen: Klassengrössen und Entlastungsmassnahmen sind zwar in Papierform vorhanden, können jedoch im Sinne von Ausnahmereglungen jederzeit "angepasst" werden, Lehrpersonen im Bereich intergrativer Förderung sind häufig nicht adäquat ausgebildet, Altersentlastungen werden nicht gesprochen- die Liste liesse sich beliebig verlängern... Da frage ich mich schon "Schule quo vadis"?

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Sa

25

Mai

2013

Der Gewerbeverband des Kantons Luzern fordert die Wiedereinführung der Sekprüfung

Wie die Neue Luzerner Zeitung in der Ausgabe vom 25. Mai 2013 berichtet, wünscht der Gewerbeverband des Kantons Luzern in seinem vor kurzem erschienenen Geschäftsbericht 2012 die 1990 abgeschaffte Sekprüfung wieder eingeführt. Zusätzlich soll es auch eine Übertrittsprüfung von der 3. Sekundarschulklasse ins Kurzzeitgymnasium geben.

«Der Weg, im Namen der Chancengleichheit, Selektionshürden abzubauen, hat sich als falsch erwiesen», sagt Zentralpräsident Roland Vonarburg. Laut dem Gewerbeverband, der sich auf eine Studie des Kantons Aargau bezieht, seien in der Sekundarschule 30 Prozent der Schüler im falschen Niveau eingestuft. «Es gibt deshalb vermehrt über- oder unterforderte Schüler», sagt Vonarburg.

Dem Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (LLV) und der Verband Luzerner Mittelschullehrerinnen und Mittelschullehrer (VLM) missfällt der Vorschlag des Gewerbeverbandes. «Die Sekprüfung ist abgeschafft worden, weil sie zu keinen höheren schulischen Leistungen führte», sagt etwa LLV-Präsidentin Annamarie Bürkli. Sie stellt in Frage, ob «die Schule durch Repression und Rückschritte in die 1990-Jahre die Qualität steigern kann. Heute beurteilen wir Kinder ganzheitlicher.»

 

Mich interessiert Ihre Meinung. Ist der Übertritt in die Oberstufe so verwässert, dass zu viele Kinder am falschen Ort landen? Hakt das bestehende System, nach welchem die Leistungen und Entwicklungsschritte der 5./6. Klasse als Grundlage für eine Zuteilung in den (hoffentlich) entsprechenden Oberstufentypus genommen werden, tatsächlich? Bräuchten wir "finnische Verhältnisse", nach denen die Lernen während der obligatorischen Schulzeit in ihren Stammklassen zusammenbleiben? Lassen Sie es mich wissen.

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